Studie „Der Preis der Sonne“

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Die Solar Alliance for Europe (SAFE) hat das Analystenhaus IHS beauftragt, die weltweiten Produktionskosten für Photovoltaik-Module zu untersuchen. Die Kosten von PV-Modulen und -Anlagen sind ein Schlüsselfaktor in der Diskussion um mögliches Dumping durch chinesische Modulproduzenten. Dieser Vorwurf ist erneut Gegenstand der derzeit laufenden Untersuchung der EU-Kommission, in die sich SAFE und seine Mitglieder aktiv einbringen.
 
Die Studie zeigt, dass die Produktionskosten für Solarmodule seit 2012 in China, anderen asiatischen Ländern und dem Rest der Welt zurückgegangen sind. Der Kostenrückgang schwankt dabei zwischen 33 % und 47 %. Die Daten zeigen außerdem, dass das Kostengefälle zwischen den führenden Unternehmen abnimmt, China aber weiterhin Kostenführer ist.
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IHS hat drei Faktoren identifiziert, auf die sich diese fortlaufenden Kostenunterschiede zurückführen lassen:
 
Skaleneffekte: Fabriken der Tier 1-Gruppe China verfügen über die mit Abstand höchsten Produktionskapazitäten und Produktionsleistungen. Die größte Einzelfabrik in China hat eine Kapazität von 3,2 Gigawatt (GW), die größte in der Tier 1-Gruppe RoW dagegen nur 650 Megawatt (MW). Die für die gesamte Tier-Gruppe errechneten Durchschnittswerte sind ebenfalls deutlich höher. Fabriken der chinesischen Marktführer sind für hohe Produktionsleistungen und niedrige Stückkosten optimal ausgelegt. Vor allem ermöglichen diese hohen Produktionsvolumina beträchtliche Preisnachlässe bei Ausstattung und Materialien.
 
Zulieferkette: Zugang zu günstigem Material: Die chinesischen Tier 1-Unternehmen haben als erste systematisch mit kostengünstigen Materialzulieferern vor Ort zusammengearbeitet. So konnten sie die Materialkosten im Vergleich zu internationalen Mitbewerbern senken.
 
Konzentration auf Standardmodule: Zur Kostensenkung trägt auch bei, dass sich Unternehmen der Tier-Gruppen China und Other Asia sehr stark auf weit verbreitete Standardmodule fokussieren (multikristallin, 60 Zellen). Westliche und japanische Tier-1-Anbieter (RoW) bieten dagegen schon seit längerem ein breiteres Spektrum an Modultechnologien und -größen an.
 
Der weltweite Photovoltaik-Markt wird in absehbarer Zukunft weiter wachsen. Asien und insbesondere China werden dabei die höchsten Zuwächse verzeichnen. IHS erwartet zwischen 2015 und 2019 eine jährliche Wachstumsrate der installierten Leistung von 8,6 %. Die kumulierte installierte Leistung weltweit wird sich in diesem Zeitraum verdoppeln. Gleichzeitig werden die Produktionskosten weiterhin stetig sinken, im Durchschnitt 5 % jährlich.
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Für SAFE zeigt die Studie: Solarmodule könnten in Europa rund 20% günstiger sein. Stattdessen wird der Markt abgeschottet und die Unternehmen, die sich auf die Energiewende eingestellt haben, müssen damit zurechtkommen. Da niedrigere Kosten wiederum zu günstigeren Preisen führen, braucht die europäische Solarwirtschaft den ungehinderten Zugang zu den chinesischen Produkten. So kann die Nachfrage am einfachsten wieder angekurbelt werden. Am Ende kommt das auch den europäischen Produzenten zugute, denn bei einem wachsenden Markt, steigt auch die Nachfrage nach ‚Made in Europe“.
 
Sie haben Interesse an der Studie? Dann senden Sie uns eine Mail an info@safe-eu.org