Europas Solarmarkt

Ein Markt im Abseits

Noch vor wenigen Jahren war Europa der wichtigste und größte Solarmarkt weltweit. Der starke Zubau von Photovoltaik in Europa sorgte dafür, dass die Kosten für Solaraysteme rapide sanken. Doch abrupte Änderungen in der Förderpolitik mehrerer EU-Länder und ein Abkoppeln des europäischen Marktes von fortgesetzten Effizienzgewinnen und Kostensenkungen in der Solarmodulproduktion haben Europa ins Hintertreffen gebracht. Auch Deutschlands Ausbau hinkt den von der Bundesregierung verabschiedeten Zielen hinterher. 2014 wurden in Deutschland rund 1,9 Gigawatt (GW) Leistung neu installiert, 2015 wurden 1,4 neue PV-Leistung installiert. Ziel ist aber ein Zubau von 2,4 bis 2,6 GW pro Jahr.

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Weltweit wächst der Solarmarkt und erreichte mit rund 40 GW im Jahr 2014 einen neuen Rekordwert. Binnen der nächsten fünf Jahre könnte sich weltweit der jährliche Zubau verdoppeln und im gleichen Zeitraum die Herstellungskosten für Solarmodule erneut halbieren.

Europa läuft Gefahr, weiter ins Abseits zu geraten. Denn hier gelten seit Mitte 2013 Mindestimportpreise für Solarmodule. Sie haben bereits verhindert, dass eine Kostenreduktion von rund 20% in der Modulfertigung an die Kunden weitergegeben werden konnte. Gleichzeitig sorgen sinkende Einspeisevergütungen und Abgaben für Eigenverbrauch für schrumpfende Erlöse und vermindern die Attraktivität von Solarinvestitionen.
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Solare Wertschöpfung entsteht vor Ort

Mehr als 75% der Wertschöpfung jeder in Europa installierten Solaranlage verbleiben in der Region – auch bei Verwendung außereuropäischer Module. Denn die Branche ist in Europa von der Rohstoffproduktion bis zur Stromvermarktung auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette breit aufgestellt.
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Solarmodule sind weltweit zu einem preisgünstigen Massenprodukt geworden. Im Vergleich zu Südostasien ist Europa bei der reinen Modulfertigung weniger bedeutend. So sind die verfügbaren Kapazitäten und Produktionslinien deutlich kleiner, das Kostenniveau entsprechend höher. Zugleich ist die Solarindustrie insgesamt weltweit stark vernetzt und europäische Unternehmen spielen auf anderen Stufen der Wertschöpfungskette eine Schlüsselrolle.

Europa schadet sich durch die auf chinesische Solarprodukte erhobenen Zölle also selbst. Es verteuert einen für die Zukunft zentralen Energieträger. Und es droht der Verlust Tausender weiterer Arbeitsplätze.

 

Weiterführende Studien

An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Auswahl aktueller Studien, Zahlen und Analysen rund um den deutschen, europäischen und internationalen Solarmarkt vorstellen.
 
 

Solar Alliance for Eurpe - Solarmarkt in Europa

Das Bundeswirtschaftsministerium hat zu Beginn des Jahres 2015 einen Überblick über die Entwicklung der installierten PV-Leistung in Deutschland veröffentlicht. Darin heißt es u.a. dass der verlangsamte Zubau auf sinkende Vergütung in Kombination mit den in Europa stagnierenden Modulpreisen zurückzuführen ist. Mehr lesen

Solar Alliance for Europe - Über uns

Der Thinktank Agora Energiewende hat im Februar 2015 eine Studie über die gegenwärtigen und zukünftigen Kosten von Photovoltaik veröffentlicht. Kernaussage: Solarenergie wird in Zukunft noch preiswerter und in einigen Regionen der Welt die günstigste Form der Stromerzeugung. Mehr lesen

Jährlich veröffentlicht der Verband SolarPower Europe seinen Global Market Outlook. Die Szenarien des aktuellen Reports sagen u.a. voraus, dass Solarenergie seinen Anteil am europäischen Energiemix bis 2019 um 80% steigern könnte. Derzeit sind in Europa PV-Anlagen mit 40 GW Leistung installiert. Mehr lesen